Nachdem im Mai 2025 bereits die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vorgestellt und gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert wurden, standen nun die abschließenden Ergebnisse im Fokus. Die beauftragten Dienstleister con|energy consult und EDAG PS präsentierten dabei das erarbeitete Zielszenario sowie die vorgenommene Gebietseinteilung. Zudem wurden die Hintergründe und Ziele der kommunalen Wärmeplanung erläutert sowie die festgelegten Maßnahmen vorgestellt.
Wichtig war vor allem der Hinweis, dass die kommunale Wärmeplanung rechtlich unverbindlich ist und keine direkten Pflichten für Privathaushalte auslöst. Vielmehr handelt es sich dabei um ein strategisches Planungsinstrument für das gesamte Stadtgebiet und gibt der Wärmewende (also der Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung) einen koordinierten Rahmen. Ziel der Wärmeplanung ist, einen umfassenden Überblick über die in Zukunft verfügbaren Wärmeversorgungsgebiete zu erlangen. Der Wärmeplan zeigt demnach auf, welche Gebiete sich für einen Wärmenetzausbau eignen und wo weiterhin dezentrale Versorgungsanlagen zum Einsatz kommen und gibt so eine Orientierung für anstehende Investitionsentscheidungen.
Im Anschluss an die Ergebnispräsentation der kommunalen Wärmeplanung hielt Rainer Dallmann von der LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) einen Vortrag über dezentrale Wärmeversorgung und ging dabei vor allem auf die Themen Förderung und Technologien ein. Dabei verdeutlichte er, warum sich ein Heizungstausch lohnt und stellte einen Vergleich verschiedener Heizsysteme an.
Nach den Vorträgen bestand die Möglichkeit, mit den beteiligten Akteuren persönlich ins Gespräch zu kommen und individuelle Fragen zu klären. Dazu standen die jeweiligen Ansprechpartner an Informationsständen zur Verfügung. Insgesamt gab es fünf Themeninseln: die Dienstleister con|energy consult und EDAG PS, die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA), die EAM Netz GmbH, die Energieagentur des Landkreises Kassel Energie 2000 e.V. sowie die Kreishandwerkerschaft Kassel.
Wer nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte oder im Nachgang nochmal in Ruhe die Ergebnisse ansehen möchte, findet die beiden vorgestellten Präsentationen sowie die Karte zur Gebietseinteilung unter:
Kommunale Wärmeplanung | Hofgeismar - Dornröschenstadt am Reinhardswald
2. Stakeholder-Treffen des Interreg-Europe Projekts DISCO
Vorab der Ergebnispräsentation zur kommunalen Wärmeplanung fand das zweite Stakeholder‑Treffen des Interreg‑Europe‑Projekts DISCO (advancing DIStrict heating and COoling solutions for efficient waste heat utilization) statt. Bei dem interregionalen Projekt geht es um das Thema Abwärmenutzung in Fernwärme- und Fernkühlungssystemen und dabei vor allem um den Austausch von Erkenntnissen und Erfahrungen aus zehn verschiedenen europäischen Regionen. Das Ziel von Interreg Europe Projekten ist es, regionale Policy Instrumente auf Basis dieses Austausches zu verbessern.
Die Stadt Hofgeismar ist zusammen mit dem House of Energy aus Kassel an dem Projekt beteiligt. Das House of Energy ist deutscher Projektpartner und fungiert als Mittler zwischen der Stadt Hofgeismar, dem Land Hessen und dem europäischen Konsortium. Es übernimmt die Projektmanagementaufgaben und organisiert den Wissens- und Erfahrungsaustausch, um Hofgeismar in seiner Vorreiterrolle beim Klimaschutz und der Wärmewende zu unterstützen.
Ziel der Veranstaltung war es, über die Entwicklungen der vergangenen sechs Monate zu informieren und einen Ausblick auf die nächsten Projektschritte zu geben. Dabei gab es auch wertvolle Einblicke in das Projektreffen im niederländischen Assen im Dezember 2025 sowie eine Schilderung der dortigen Diskussionen und Praxisbeispiele. Mehr Informationen über das DISCO-Projekt bzw. das Stakeholder-Treffen finden sich unter nachstehenden Links:
Reger Austausch beim 2. Stakeholder-Treffen des Interreg-Europe Projekts DISCO | House of Energy

