10.10.2023 Strufus-Sage lebt in Hofgeismarer Comic auf

Hombresser Sagengestalt lebt im Hofgeismarer Comic neu auf

von Thomas Thiele/HNA (Hombresser Sagengestalt lebt im Hofgeismarer Comic neu auf (hna.de)

Hofgeismar/Hombressen – Der ebenso legendäre wie geheimnisvolle Hombresser Wilddieb Strufus ist wieder ausgesprochen lebendig geworden: In dem zweiten Bildergeschichtenheft (Comic) der Reihe über Hofgeismarer Sagen spielt der Wildschütze aus dem Lempetal die tragende Rolle, auch wenn über den Mann kaum etwas bekannt ist. Selbst seine Lebensdaten sind unbekannt.

Der frühere Hofgeismarer Stadtmuseumsleiter Helmut Burmeister und der Zeichner, Grafiker und Puppenspieler Albert Völkl (Deisel) taten sich nach dem ersten Band über die Hofgeismarer Würfelturmsage erneut zusammen, und setzten im Jahr der 750-jährigen Erstnennung von Hombressen die spannende und rätselhafte Szene in Worte und Bilder.

Auf 31 Seiten im Taschenformat (23 mal 10,5 Zentimeter) werden nun der Wilddieb und Hombresser Einwohner lebendig. Für seine Zeichnungen recherchierte Völkl intensiv in historischen Materialien.

Im Erläuterungstext des Heftes, das herausgegeben wurde vom Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Stadt Hofgeismar, Heimat- und Verkehrsverein Hofgeismar sowie unterstützt von der Vereinsgemeinschaft Hombressen und Hilpert-Events, ordnet Historiker Burmeister auch die Sage zeitlich ein. Sie müsse deutlich älter als der 30-jährige Krieg sein, Motive verweisen auf norddeutsch-nordeuropäische Überlieferungen. Das Motiv des Todes im schutzlosen Moment verweise sogar auf Parallelen zum von Apollo getroffenen Achilles und dem doch nicht unverwundbaren Siegfried aus dem Nibelungen-Lied. Der Kraft verleihende Gürtel sei ein Ur-Symbol vieler Sagen.

Das im Comic gezeigte Feuergefecht zwischen landgräflichen Reitern und sechs Wilderern morgens im Wald am Lempetal fand am 7. Februar 1551 tatsächlich statt, in der Zeit des jagdverliebten Landgrafen Philipp, der Wilderer hart bestrafte. In dem Gefecht mit fünf Todesopfern starben drei der Wilderer. In einem Schauprozess in Grebenstein wurden die bereits toten Wildschützen verurteilt und hingerichtet. Ob dieser Vorfall mit Strufus zusammenhängt, ist unbewiesen, der Tatort nahe der Schmelzhütte oder Glashütte liegt aber in der Nähe des Kreuzes.

Die neue Museumsleiterin Katharina Zeller sagt, dass Völkl die Aufgabe mit großer Leidenschaft umgesetzt habe. Sie nennt es eine „sehr beeindruckende Arbeit“, die ihr als zugezogener Hombresserin sehr am Herzen liege. Das Manuskript sei vor Veröffentlichung von einem gebürtigen Hombresser kritisch geprüft und für gut befunden worden.

Das Museum plant noch weitere Sagen-Hefte. Im Frühjahr 2024 erscheint die Stutewecken-Sage, später sind die Zwerge vom Kelzer Berg geplant. Auch die Sage von der Entstehung des Reinhardswaldes, die aus Frankreich importierte Sage vom Kelzer Mayence-Kind, die Hofgeismarer Flötenlinde oder die Lappenfrau von der Sababurg bieten sich nach Aussagen der Museums-Runde durchaus an.

Wer weitere Ideen hat, idealerweise direkt aus den Stadtteilen und vielleicht sogar Überlieferungen, die eher unbekannt sind, der kann sich gerne an das Stadtmuseum wenden (05671/4791). (Thomas Thiele)

--------------

Die Comic-Reihe Hofgeismar Sagen umfasst aktuell die beiden Bände "Der Würfler von Hofgeismar" und "Strufus - Hombresser Wilddieb, Schutzpatron der Armen."
Erhältlich sind die Comichefte zu je 2€ im Stadtmuseum und im Apothekenmuseum, bei der Touristen-Information sowie im Bücherstapel in Hofgeismar.