Das „alte China“ in Hofgeismar

20. Juli 2008 bis 2. November 2008

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1900/01 kam es zu einem Aufstand der chinesischen „ehrenwerten Faustkämpfer“ („Boxer“) gegen den ausländischen Einfluss im Land. Mehrere europäische Staaten und die USA schickten Truppen, um die Rebellion blutig nieder zu werfen. Die rassistische sog. „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II. beim Abmarsch der deutschen Soldaten nach China ist ein ethischer Tiefpunkt der deutschen Geschichte.

Der Maler Theodor Rocholl, dessen Lebenswerk das Stadtmuseum Hofgeismar sammelnd und dokumentierend betreut, begleitete die deutschen Soldaten im Auftrag des Kaisers. Seine Werke, ergänzt durch reiches chinesisches Kulturgut der Zeit, waren Gegenstand einer großen Ausstellung 2000, mit der Hofgeismar an die Ereignisse von 1900/01 erinnerte.

In Begleitung der Olympiade in Peking 2008 bietet das Team des Stadtmuseums unter dem Titel „Kaisermantel und Guanyin“ ab 20. Juli eine Wiederbegegnung mit dem „alten China“ der Zeit mächtiger Kaiser.

Da das Museum seine Bestände in der Zwischenzeit erheblich erweitert hat (seltene Seidengewänder; eine Sammlung von Mandarin-Abzeichen, sog. „mandarin squares“; Ahnenbilder; Objekte des Glaubens, Werke Theodor Rocholls, japanische Triptichen), erlaubt die Ausstellung dem Besucher eine differenzierte Annäherung an ein fernes Land.

Auch unter der heutigen Staatsführung hat sich China längst wieder auf seine kulturellen Wurzeln besonnen, die in der Ausstellung des Stadtmuseums Hofgeismar zumindest teilweise greifbar werden.

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