29.04.2020: Eine besondere Erinnerung...

Eine besondere Erinnerung

Die größte dynastische Erhöhung des landgräflichen Hauses von Hessen-Kassel im männlichen Stamme hat ein festes Datum: Vor 300 Jahren, am 3. Mai 1720, folgte Friedrich (1676-1751), ältester Sohn des Landgrafen Karl, seiner Frau Ulrika Eleonora auf dem schwedischen Thron.

Die Krönungsfeier in der Stockholmer Storkyrka ist gut dokumentiert, die Stadt Kassel hat mit den Benennungen „Königsplatz“ und „Königstraße“ die Erinnerung daran festgehalten. In Schweden selbst wurde das Gedenken an Friedrich wegen verschiedener, durchaus schwerer wiegender, aber z. t. auch völlig irrer Vorwürfe bis heute eher unterdrückt. Erst ganz langsam, dafür aber umso stärker wird sein persönliches Engagement für die Wirtschaft des nach Karls XII. Kriegen völlig am Boden liegenden Landes gewürdigt, ebenso seine Rettung schwedischer Kunstschätze, seine Vorliebe für Theater, den Wissensaustausch z.B. mit Kassel, seine religiöse Toleranz u.v.a. mehr.

Auf den Thron gewählt worden war er von den vier schwedischen Ständen (darunter – einmalig im Europa jener Zeit – die Bauern) als persönlich tapferer und kluger Verteidiger Stockholms gegen die russischen Terrorangriffe jener Jahre. Der Preis seiner Wahl war hoch: Friedrich erlebte fast 31 Jahre seiner Regentschaft als erster rein repräsentativer Monarch Europas, wozu er sich selbst vertraglich gebunden hatte. Was seinem Vater Karl noch empfindlich weh getan hatte, lässt uns heutige eher bewundernd auf einen Mann schauen, der seinem Volk die Selbstbestimmung zurückgab.

Das einzige Denkmal für diesen Fürsten steht im Hof des Stadtmuseums Hofgeismar.

 (ur)

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